Work-Life Balance: die unterschätzte Herausforderung für Overachiever und der dahinterliegende psychologische Mechanismus
- M.Sc. Psych. M.Menges

- 20. Juli
- 2 Min. Lesezeit
Von "Natur aus" getrieben, von außen bewundert - und innerlich oft zerrissen: Für Overachiever ist Work-Life-Balance nicht nur ein modernes Buzzword, sondern eine tiefgreifende psychologische Herausforderung. Aber warum ist Work-Life-Balance für sie so schwer? Im folgenden Blogartikel erfährst du mehr, zu den tieferliegenden Gründen.

Arbeit als Flucht vor innerer Leere
Der Arbeitsmodus ist ein vertrautes Terrain. Dort kontrollieren Overachiever ihre Umgebung, ihr Selbstbild - und oft auch ihre Unsicherheiten. Freizeit dagegen konfrontiert sie mit:
dem Gefühl "nichts zu leisten"
Unsicherheit, was ihnen außerhalb der Arbeit wichtig ist.
dem Fehlen eines tieferen Selbstverständnisses jenseits des Tuns.
Angst vor Bedeutungslosigkeit
Viele Overachiever fürchten sich unbewusst vor der Vorstellung "nur ein normales Leben" zu führen. In Ruhe zu leben bedeutet für sie "nicht gut genug zu sein". Dadurch entsteht der innere Druck, ständig Mehrwert zu erzeugen - beruflich, privat und sozial.
Belohnung durch externe Anerkennung
In leistungsorientierten Kulturen werden Overachiever bewundert. Doch dieses Lob ist wie ein "Suchtmittel" und führt zur Fixierung auf den nächsten Erfolg, statt auf innere Ausgeglichenheit.
Was kann ein Overachiever im Coaching bei mir lernen:
Ein zentrales Entwicklungsfeld besteht darin, den eigenen Wert nicht ausschließlich über Output zu definieren. Wir üben gemeinsam Selbstmitgefühl statt Selbstkritik und bauen ein inneres Wertesystem jenseits von Karriere und Produktivität auf. Und dann folgt der härteste aller Schritte: AUSHALTEN LERNEN. Leere, Langeweile und Unproduktivität! Stille ist nämlich für viele Overachiever bedrohlich. Doch genau dort liegt oft das Entwicklungspotenzial. Durch Achtsamkeit, Meditation oder reflektierende Gespräche kann die Angst vor der Ruhe abgebaut werden - und emotionale Tiefe entstehen. Außerdem ist das Thema "Grenzen setzen" dran. Work-Life Balance bedeutet nicht, weniger zu leisten, sondern bewusster zu leisten. Das erfordert jedoch: Nein sagen - Tagesstrukturen mit geplanten Ruhepausen und eine Umgebung, die Erholung wertschätzt statt belächelt.
Und es ist wichtig zu wissen, dass Balance kein Zustand ist, sondern ein innerer Prozess. Und am Ende geht es nicht darum, weniger zu leisten, sondern mehr darum, du zu sein.




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